Eine besondere und bewegende Reise erlebten 13 Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs der Realschule Menden gemeinsam mit ihren Lehrkräften Frau Schyma und Herrn Mattenklotz Anfang März bei einer mehrtägigen Gedenkstättenfahrt nach Krakau und Auschwitz in Polen. Ziel der Fahrt war es, sich intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und die historischen Orte selbst zu erleben.
Die Reise begann am Montagabend mit der Abfahrt vom Zentralen Omnibusbahnhof in Hemer. Während der Busfahrt beschäftigten sich die Teilnehmenden bereits mit dem Thema, unter anderem durch Materialien aus den Begleitmappen und den Film „Der letzte Zug“.
Am Dienstag stand zunächst eine Stadtführung durch die Altstadt von Krakau auf dem Programm. Dabei besuchten die Schülerinnen und Schüler unter anderem den Wawel mit der Kathedrale, den Plac Jana Matejki sowie wichtige Orte der deutschen Besatzungszeit. Besonders eindrücklich war es, mehr über das Leben der Menschen in Krakau während des Nationalsozialismus zu erfahren.
Ein weiteres Highlight war das Zeitzeugengespräch im Galizischen Museum. „Es war sehr bewegend, die Geschichte von Rena Rach selbst zu hören, die die Zeit selbst erlebt hat“, berichtete die Schülerin Hafssa.
Am nächsten Tag führte die Reise in das jüdische Viertel Kazimierz mit dem Besuch einer Synagoge und des jüdischen Friedhofs. Anschließend besuchte die Gruppe das Oskar-Schindler-Museum. Dort erfuhren die Schülerinnen und Schüler mehr über die Geschichte Krakaus während der deutschen Besatzung sowie über den Unternehmer Oskar Schindler, der vielen jüdischen Menschen das Leben rettete.
Besonders eindrucksvoll war auch der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Plaszow sowie des Platzes der Ghettohelden. An diesen Orten wurde deutlich, wie stark die Geschichte des Holocaust mit der Stadt Krakau verbunden ist.
Der emotionalste Teil der Reise war jedoch der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Während einer mehrstündigen Führung besichtigte die Gruppe das Stammlager Auschwitz sowie das Vernichtungslager Birkenau. Die Schülerinnen und Schüler sahen unter anderem Ausstellungen mit persönlichen Gegenständen der Opfer sowie die Ruinen der zerstörten Gaskammern.
„Wenn man dort steht, wird einem erst wirklich bewusst, was hier passiert ist. Das ist etwas ganz anderes, als nur im Unterricht darüber zu sprechen“, sagte Sara nach der Führung.
Im Anschluss hatten die Teilnehmenden Zeit für Reflexion, Gespräche und Fragen. Diese gemeinsame Auseinandersetzung half dabei, die vielen Eindrücke einzuordnen.
Am Ende der Fahrt waren sich alle einig, dass diese Reise eine wichtige Erfahrung war. „Diese Fahrt hat Geschichte für uns greifbar gemacht“, fasste Angelina zusammen.
Die Gruppe möchte deshalb besonders den aktuellen Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern empfehlen, im kommenden Jahr an dieser Gedenkstättenfahrt teilzunehmen. „Es ist eine Reise, die man nicht vergisst und die einem zeigt, warum Erinnerung so wichtig ist“, so das Fazit von Lina.
Nach vielen intensiven Eindrücken kehrte die Gruppe schließlich am Samstagabend nach Deutschland zurück.
Die Gedenkstättenfahrt hat bei allen Beteiligten einen bleibenden Eindruck hinterlassen und gezeigt, wie wichtig es ist, sich auch heute noch aktiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen.



